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Kapelle Sogn Giacun

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Der bestehende Bau der Kapelle S. Giacun datiert von ca. 1503 und war eine Stiftung eines Jon Clau Pitscheri von Laax, der auch ein Glöcklein und die Kirchzierden schenkte.

Die Kapelle ist ein einfacher Bau mit Gewölbe und dreiseitigem Abschluss. Er enthält einen bescheidenen Altar mit einem Bild der Muttergottes zwischen S. Jakob und S. Johannes. Dieser Altar war ein Geschenk der Familie de Cabalzar von 1670. Vermutlich stand schon vor 1500 eine einfache Kapelle am gleichen Ort.

Der S. Jakobskult breitet sich im Hochmittelalter (12./13. Jh.) in den alpinen Regionen stark aus, insbesondere in frisch gerodeten Waldlandschaften. Das ist denn auch typisch für Laax, das erst im 11./12. Jahrhundert zu einer eigentlichen Dorfsiedlung wurde. S. Jakob ist Schutzpatron der Wanderer und Piger. Der Weg, der hier am Rande der gewaltigen Schlucht des Ual Draus vorbeiführt, ist ein alter Verbindungsweg zwischen Sagogn und Laax; Berg- und Alpweg für Mensch und Tier, aber auch Weg der Toten (Via da morts), weil die Laaxer bis 1524 auf diesem Wege ihre Toten zum Friedhof der Pfarrkirche von Sagogn trugen.

Der eigentliche Totenweg zweigt kurz unterhalb der Kapelle nach rechts ab und wird von da an auch "Via denter craps" (Weg zwischen den Steinen)genannt. Er führt zuerst am Rande der Wiesen mit dem Namen Signina, entlang einer Rodungsinsel, die 765 "Secanina" hiess, was gemähtes Wiesland bedeutet.

Text: Platta Pussenta-Projekt, Dr. Martin Bundi