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Casti Aspermont

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Das Casti Aspermont in Sagogn blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Im berühmten Testament von Bischof Tello von 765 - der ersten Urkunde in Rätien - ist von' einer "sala muricia in castro" die Rede. Umstritten ist unter Historikern bis heute, ob damit primär die heute verfallene Burg Schiedberg oder eben auch das Casti Aspermont, gelegen am Dorfplatz im Vitg dado in Sagogn, gemeint war. Erwiesen ist allerdings - dies haben jüngste endrochronologische Untersuchungen des Archäologischen Dienstes Graubünden ergeben - dass das Casti Aspermont bereits im 13. Jahrhundert über einen mächtigen Turm verfügte. Das elegante Saalhaus wurde 1672 durch die Castelli an den Turm angebaut.
Auf dem Platz vor dem Casti übten im Mittelalter die bischöflichen Ministerialen unter einer Esche die niedere Gerichtsbarkeit über alle bischöflichen Untertanen im Bündner Oberland aus - und zwar je am Montag nach S. Johann (24. Juni) und nach S. Hilarien (21. Oktober). Noch heute erinnert der romanische Flumamen Fraissen (Esche) an diese Zeit.

4 Besitzerfamilien haben das Casti geprägt und repräsentieren in faszinierender Weise ihre damalige Zeit:
Die erste Familie - die Jochbergs - haben bedeutende Schriftgelehrte hervorgebracht (unter ihnen vor allem Gallus Jochberg) und stehen für die humanistische Aufgeklärtheit der Renaissance. Die lateinische Lebens- und Repräsentationsfreude verkörperten die Castelli, welche das Casti um manchen architektonischen Reiz bereichert haben - so die barocke Zwiebelhaube auf dem Turm und den bemerkenswerten Rittersaal. Die Castelli bekleideten alle bedeutende Ämter der Zeit: Landvogt von Maienfeld, Landrichter des Grauen Bundes und Podestä von Morbegno. Der Rebell Gallus, der zum Schock der Familie zum Protestantismus überlief und sich fortan Castell nannte, blieb ohne nachhaltige Wirkung.
Den republikanischen Geist des Dienstes an der Res Publica lebten die Steinhauser, welche in Anton Steinhauser u.a. einen bedeutenden Regierungs- und Nationalrat und Mitbegründer der RhB hervorgebracht haben. 1977 hat Dr. Andreas Kuoni a.Verwaltungs-gerichtspräsident, das Casti von den Erben der Senza Tuor-Steinhauser übernommen und mit dem Architekten Rudolf Olgiati umfassend renoviert. Heute ist Wolfram Kuoni, Zürich / Sagogn, Eigentümer.
Anfragen für Besichtigungen sind zu richten an
Wolfram Kuoni: Tel. 044 361 00 10.

Text: Dr. Martin Bundi aus dem Buch "Casti Aspermont, Mauern, Köpfe und Ideen" Herausgeber: Wolfram Kuoni